Neueste Experimente bestätigen: Realität existiert erst dann wenn wir sie beobachten!


Gemäß einer bekannten Theorie der Quantenphysik ändert sich das Verhalten eines Teilchens, je nachdem ob es einem Beobachter unterliegt oder nicht. Sie stellt im Grunde dar, dass die Realität eine Art von Illusion ist und nur dann existiert, wenn wir hinsehen. Zahlreiche Quanten-Versuche wurden in der Vergangenheit durchgeführt und zeigten, dass dies tatsächlich der Fall ist.

Physiker an der „Australian National University“ haben nun weitere Belege für die illusorische Natur der Realität gefunden. Sie wiederholten John Wheeler’s „Delayed-Choice-Experiment„, eine abgeänderte Form des berühmten Doppelspaltexperiments.

In Wheelers Experiment kam heraus, dass ein einzelnes Photon zwei Wege verfolgen kann. Verhält es sich wie eine Welle, nimmt es beide Wege. Verhält es sich wie ein Teilchen, muss es sich entscheiden, welchen der beiden Wege es nimmt.

Wheeler zeigte, dass gemäß der Quantenmechanik die Entscheidung, ob das Photon Wellen- oder Teilchencharakter zeigt, getroffen werden kann, nachdem es die Wege bereits durchlaufen hat. Eine später realisierte Versuchsanordnung – der sogenannte „Quantenradierer“ – zeigte, dass man durch eine bestimmte Form der Messung die Weginformation regelrecht ausradieren und damit im Nachhinein entscheiden kann, ob sich ein Quantenobjekt wie eine Welle oder wie ein Teilchen verhält.

Die neuen Resultate der australischen Wissenschaftler zeigten, dass Realität nicht existent ist, wenn keiner hinsieht.

Zum Nachdenken anregende Erkenntnisse!

Einige Teilchen, wie Photonen oder Elektronen, können sich sowohl als Welle, als auch wie Teilchen verhalten. Hier stellt sich die Frage, was genau zwingt ein Photon oder ein Elektron sich entweder als ein Teilchen oder als eine Welle zu verhalten? Dies ist die Frage, die Wheeler in seinem Experiment beantworten wollte: Zu welchem Zeitpunkt entscheidet sich ein Objekt?

Die Ergebnisse der Experimente der australischen Wissenschaftler, die in der Zeitschrift Nature Physics veröffentlicht wurden, zeigen, dass diese Wahl dadurch bestimmt wird, ob das Objekt gemessen wird, was im Einklang mit der Quantentheorie steht.

„Es beweist, dass Messung alles ist. Auf der Quantenebene existiert Realität erst wenn wir sie beobachten“ – sagte der leitende Forscher Dr. Andrew Truscott in einer Pressemitteilung.

Das Experiment!

In der ursprünglichen Version des John Wheeler-Experiments im Jahr 1978 waren Lichtstrahlen (Photonen) involviert, die durch Spiegel prallten. Jedoch war es schwierig sie zu implementieren, und damals konnte man keine schlüssigen Ergebnisse aufgrund der Technologie erhalten. Nun wurde es jedoch möglich, das Experiment erfolgreich neuzustarten, mithilfe von Helium-Atomen, die sich durch Laserlicht verstreuten.

Das Team von Dr. Truscott zwang hunderte von Heliumatomen in einem Zustand der Materie, genannt Bose-Einstein-Kondensat. Danach vertrieben sie alle Atome, bis nur noch eins übrig blieb. Dann verwendeten die Forscher ein Paar Laserstrahlen, um ein Gitter-Muster zu schaffen, was dazu diente, das Atom zu streuen. Somit würde sich ein Atom entweder als Teilchen beim Durchtritt des einen Gitterarms verhalten, oder als Welle beim Durchtritt beider Gitterarme.

Durch einen Zufallsgenerator wurde ein zweites Gitter zugegeben, um die Pfade zu rekombinieren. Dies geschah erst, nachdem das Atom bereits das erste Gitter passierte. Infolgedessen verursachte das Hinzufügen der zweiten Vergitterung Interferenzen, die zeigten, dass das Atom durch beide Pfade gereist war, sich also wie eine Welle verhielt. Zur gleichen Zeit, als die zweite Vergitterung nicht hinzugefügt wurde, gab es keine Interferenz, und das Atom schien nur durch einen Pfad gereist zu sein.

Die Ergebnisse und deren Interpretation!

Es ist anzunehmen, als das Atom das erste Gitter durchlaufen hat und das zweite Gitter hinzugeschaltet wurde, hatte es sich, bis zur zweiten Messung, noch nicht entschieden, ob es sich als Welle oder Teilchen verhalten würde.

Laut Dr. Truscott gibt es möglicherweise zwei Interpretationen dieser Ergebnisse. Entweder entscheidet sich das Atom anhand der Messung, oder eine zukünftige Messung verändert den Zustand des Photons in der Vergangenheit.

„Die Atome reisten nicht von A nach B. Alles hing davon ab, ob sie am Ende der Reise gemessen wurden, wodurch ihr wellenförmiges oder partikelhaftes Verhalten ins Leben gerufen wurde.“ -sagte er.

Dieses Experiment bestätigt die Gültigkeit der Quantentheorie und liefert neue Erkenntnisse für die Idee, dass Realität ohne einen Beobachter nicht existiert. Wie kann etwas real sein, wenn niemand da ist, um durch seine Beobachtung Sinn und Bedeutung zu geben? Vielleicht werden weitere Forschungen auf dem Gebiet der Quantenphysik folgen und uns zum Nachdenken über unser Verständnis der Realität anregenden.

– DENKE-ANDERS-BLOG –


Wissenswertes:

Quellen / Referenzen:    nature.com | sciencealert.com | themindunleashed.org | science.orf.at

Advertisements

17 Kommentare zu “Neueste Experimente bestätigen: Realität existiert erst dann wenn wir sie beobachten!”

  1. Falsche Übersetzung (da es im Englischen kein Wort dafür gibt!): Hier muss das Wort Wirklichkeit eingesetzt werden. Realität kann man nicht beobachten, weil sie formlos ist und die Beobachtung sie in eine Form zwingen würde. Wirklichkeiten kann man beobachten, weil die Wahrnehmung nur illusionäre Formen verarbeiten kann. Realität kann auch nicht entstehen – es ist unveränderlich, echt, einmalig, nicht wahrnehmbar und eigenschaftsneutral – hingegen gibt es unendlich viele Wirklichkeiten, die man je nach Bewusstseinsentwicklung auch wahrnehmen kann und mit verschiedenen Attributen belegt werden (Zeit, Raum, Pole etc.)

    Gefällt 2 Personen

  2. Das ist sehr interessant, ich kenne das Prinzip aus der Informatik. In der 3D Berechnung zum Beispiel bei Spielen werden Objekte nur dann berechnet wenn sie für den Spieler sichtbar sind, also im sichtfeld, blickwinkel des Bildschirmanzeige sind. Alles außerhalb des Sichtfeldes wird nicht berechnet (gerendert) um Rechenkapazität zu sparen.

    Die „Virtuelle Realität“ existiert als nur wenn sie jemand beobachtet. Die Programmierer die sich das ausgedacht haben verstehen nun natürlich nichts von Quantenphysik sondern haben nur den einfachsten Weg gewählt um begrenzte Resourcen möglichst effizient zu nutzen. Dennoch sind die Parallelen der Logik doch interessant.

    Wenn sich das Universum, die Quantenphysik nun aber so verhält wie ein Computerspiel. Wäre es dann nicht eine logische Möglichkeit anzunehmen das unsere gesamte Existenz nur virtuell stattfindet, ein großes Computerspiel ist dessen code eben nur dann laufen muss wenn jemand hinschaut und ansonsten eben stillsteht, so wie in der Informatik ?

    Gefällt 2 Personen

    1. Simulation und der beschriebene Beobachtereffekt haben kaum was miteinander zu tun. »Beobachtung« muss man als Interaktion mit der Umwelt verstehen, erst wenn ein Teilchen mit unbestimmten Eigenschaften mit der Umwelt interagiert (sei es ein Messgerät oder nur andere Teilchen), wird es sich für einen Zustand entschieden. Damit ist auch klar, das esoterische Interpretationen ziemlicher Quatsch sind. Es ist kein »Beobachter« nötig. Und es handelt sich nur um winzigste Effekte unter sehr idealisierten Bedingungen, aus denen man kaum makroskopische Interpretationen ableiten lassen.

      Wenn Du einen Schrank aufmachst, entsteht die Tasse darin nicht erst, wenn Du sie siehst, sondern sie hat schon lange mit der Luft und der Schrankwand usw. interagiert.

      Gefällt 1 Person

      1. Dein Bsp mit der Tasse: Wäre schön zu wissen, woher du das weißt – ich denke, du gehst einfach davon aus. Natürlich hat die Tasse vorher schon existiert, allerdings lediglich als Information, genauso wie die Luft und Schrankwand. Und wenn ich die Tasse sehe, dann weiß ich noch lange nicht, ob es ein harter Gegenstand ist, nämlich erst wenn ich sie anfasse, und somit die Information in meine Erfahrung (Tastsinn) bringe/dekodiere. Trotzdem hat der Geist hat Fähigkeiten die Information zu biegen, ähnlich wie im Matrix Film (die Löffel Szene).

        Gefällt mir

  3. Wo ein Beobachter, dort eine Beobachtung. Wo eine Beobachtung, dort ein Beobachtetes.
    Subjekt, Objekt und „Sub-Objekt “ sind drei getrennte Situationen oder drei separate Zustände derselben Essenz.

    Alles resultiert infolge von BEOBACHTERWILLEN.
    Da wird der Ozean augenblicklich zum Tropfen , obwohl alles Wasser ist.

    Aus der Ferne ist selbst der Ozean eine Pfütze und der Himmel ein Loch. Es kommt immer auf die Perspektive darauf an.
    Ein Punkt versteht das Blatt nicht , ein Blatt ist mehr als das Verständnis der Gesamtheit aller Punkte.

    Der Verstand hat nicht mit dem Verständnis der Gesamtheit zu tun. Sondern nur mit dem Tun.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s