Träume und Synchronizitäten – C. G. Jung’s gelebte Psychologie


Vieles worüber wir heute betreffend unseres Innenlebens sprechen, ist das Lebenswerk von C.G. Jung. Er revolutionierte, wie wir Träume und Archetypen diskutieren können und gab uns unsere Worte „introvertiert“, „extrovertiert“ und „Synchronizität“. Doch was ihn zu einem wahren psychologischen Pionier machte, war die Art und Weise wie er in sich selbst sah, die noch heute einzigartig ist.

„Die Wirkung, auf die ich hinziele, ist die Hervorbringung eines Zustandes, in welchem mein Patient anfängt, mit seinem Wesen zu experimentieren, wo nichts mehr für immer gegeben und hoffnungslos versteinert ist, eines Zustandes der Flüssigkeit, der Veränderung und des Werdens.“

(C.G.JUNG: GW 16, Rnr.99)

C. G. Jung zum Traum

Von den frühesten Anfängen der menschlichen Zivilisation betrachteten wir Träume als ein Tor zur Seele. Jung sah, dass sie uns Teile von uns selbst zeigten, die durch unser (waches) Tagesbewusstsein zurückgedrängt worden sind, in denen Schattenfiguren Amok laufen; Qualitäten sich darstellen, die uns selbst fehlten und Wünsche existieren, die wir lieber nicht anerkennen möchten.

Die Mission von Träumen war es uns zu erwägen, unsere häufig einseitige Meinung zum Leben zu ersetzen und uns dazu zu bringen, zu integrieren, was wir für die Gesundheit und Wachstum brauchen. Wir wissen heute, dass Träume Nachrichten für uns haben können, die nicht nur psychologisch relevant sondern auch biologisch dringend zur Vermittlung von Informationen über eventuelle Krankheiten sind. Jung führte den Begriff ‚Ganzheit‘ ein, um das Ziel des Unbewussten zur weiteren Füllung unseres inneren Selbsts zu beschreiben. Also eine zunehmende Vollständigkeit in das einzigartige Wesen, das wir sind.

Jung unterschied zwischen bedeutenden und unbedeutenden Träumen. Unbedeutende Träume sind Träume, die tatsächlich nur von Alltagsproblemen handeln, also der Verarbeitung der Probleme des Vortags dienen. Viel wichtiger waren für Jung die Träume, die er als bedeutende Träume bezeichnete. Solche Träume waren für ihn archetypische, präkognitive, sich wiederholende und kompensatorische Träume.

Sich wiederholende Träume oder auch Wiederholungsträume waren für Jung Träume, die eine immer wiederkehrenden psychischen Situation entsprangen. Für ihn zeigten sich in solchen Träumen Probleme, die das Unterbewusstsein zu lösen versucht und die auf der individuellen Vergangenheit des Träumenden basieren. Dabei ging er davon aus, und das erklärt auch, warum diese Träume für ihn bedeutende Träume waren, dass sich in Wiederholungsträumen nicht nur das Problem, sondern auch einen Ansatz für dessen Lösung zeigt.

Im Laufe der Evolution wurde das gesamte menschliche Genmaterial von Generation zu Generation weitervererbt. Abgesehen von den Einflüssen und Veränderungen durch zufällige Mutationen, sind, wenn man es ganz stark vereinfacht, alle Menschen genetisch gleich, und das seit tausenden von Jahren. Das Kollektive Unterbewusstsein ist das mentale Äquivalent dazu. Dieses kollektive Unterbewusstsein beschränkt sich nicht auf den einzelnen Menschen. Das kollektive Unterbewusstsein hat sich, so könnte man es sagen, genauso entwickelt wie die menschliche DNA.

C. G. Jung zu Synchronizitäten

Die Psychologie von Jung wird nur dann wirklich verstanden, wenn es eine gelebte Erfahrung ist und keine Erfahrung ist geheimnisvoller, als die der Synchronizität. Jung prägte den Begriff Synchronizität und verwies auf außergewöhnliche Momente, wenn äußere Geschehnisse die inneren Zustände reflektieren. Was wir in solch einem „Zufall“ von Ereignissen sehen, ist ein bedeutungsvolles, in unserer Wirklichkeit lebendiges Wechselspiel. Tatsächlich gibt es für Jung nichts Lebendigeres, als die bewusste Erfahrung einer Synchronizität.

Die Vorstellung, dass tatsächlich ein tieferes Prinzip in der Welt durchgeführt wird, kann für einige Menschen aus einigen Kulturkreisen erschreckend sein. Und doch zur gleichen Zeit kann das Entdecken, dass dort ein tieferer Sinn (tieferes Prinzip) am Wirken ist, als eine tiefe Erleichterung erfahren werden. Die Einbeziehung der Bedeutung dieser Erfahrungen für uns selbst, erfordert etwas Authentisches von uns – eine echte innere Veränderung, die echte Verwirklichung einer neuen Einstellung.

Jung’s Psychologie erkennt, dass wir mehr als nur unser Ego sind und dass es mehr über unsere Psyche zu erfahren gibt, als nur den bewussten Verstand. Mit diesem Hintergrund verfolgt die Auseinandersetzung mit der inneren Stimme nicht nur eine Form des inneren Haushalts, sondern der demütige Dienst der Entwicklung einer Beziehung mit einer in uns vorhandenen Intelligenz, die größer ist als wir uns vorstellen können. Ein Zeichen setzen heißt, im tiefen Bezug zu unserer inneren Natur treten; mit ganzem Herzen und in voller Blüte zudem, was wir wirklich sind.

C. G. Jung verstarb am 6. Juni 1961 nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Küsnacht.

– DENKE-ANDERS-BLOG –


Quellen: archetypalnature.com | jungianonline.com

 

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2 Kommentare zu “Träume und Synchronizitäten – C. G. Jung’s gelebte Psychologie”

  1. Jung beeinflusste das Welltbild vieler Menschen. Er ist der Gründer der Traumforschung und seine Tiefenpsychologischen Elemente sind Bestandteil fast jeder Psychologischen Schule. Und doch lag er ziemlich weit entfernt vom heutigen Wissen.

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  2. ich habe in den letzten 35 Jahren über 7000 Träume aufgeschrieben. Davon sind hunderte (meist prekognitive Träume, alle lassen sich sehr leicht beweisen) von großer Bedeutung für meinen Lebenslauf und meine Etnscheidungen. Ich kann mit C.G. Jung nur überein stimmen. Mit Verbindung von Träumen und Synchronizitäten habe ich viele wunderbare Erlebnisse gehabt, die mein Leben auf ungeahnte Weise bereichert haben. In meinem Buch „Die andere Zeit oder Die unendliche Gegenwart“ erzähle ich über viele Erlebnisse.

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