Wissenschaft entdeckt wie unser Körper die Emotion der Angst beeinflusst!


Ist Angst einzig und allein reine Kopfsache? Experimente an Zwillingen, die keine Angst fühlen können, deuten darauf hin, dass einige Emotionen nur erfahren werden können, nachdem wir uns über Änderungen an unserem Körper bewusst werden.

Viele Studien haben gezeigt, dass die Amygdala – zwei mandelförmige Bereiche in der Nähe der Mitte des Gehirns – von entscheidender Bedeutung für das Gefühl der Angst ist. Menschen, die ihre Amygdala durch Hirnverletzung oder Krankheit verloren haben, verlieren auch die Fähigkeit, Angst zu spüren.

Im Jahr 2013, Justin Feinstein (Foto) an der Universität von Iowa in Iowa City und seine Kollegen haben es geschafft, drei ‚furchtlose‘ Personen zu erschrecken – zwei weibliche eineiige Zwillinge und eine Frau mit dem Synonym S.M, von denen keine eine Amygdala hatten – indem er Kohlendioxid zum Inhalieren anbot, so dass sie ersticken würden. Dies war das erste Mal, dass S.M Angst erlebte, seitdem sie ein Kind war. Es zeigte sich, dass die Amygdala nicht wesentlich für alle Arten von Angst sei.

Spinnen-Logik

Eine Theorie der Emotionen legt nahe, dass Gefühle nicht vom Gehirn direkt erzeugt werden, sondern durch das Bewusstsein unseres Körpers. Wenn wir z.B. eine Spinne sehen, sagt die Theorie, die wir Angst fühlen, nicht weil das emotionale Zentrum des Gehirns aktiviert wird und die Wahrnehmung von Angst auslöst, stattdessen liegt es daran, dass das Gehirn die Situation und Hormone wertet, die unsere Herzfrequenz erhöhen und uns feuchte Hände geben. Es ist unser Bewusstsein für Änderungen in unserem Körper, das wir als Angst interpretieren.

In einem neuen Experiment gaben sie den ‚furchtlosen Zwillingen‘ ein Medikament, das die Wirkung von Adrenalin nachahmt. Hohe Konzentrationen dieser Droge können vorübergehende Atembeschwerden und schnelles Herzklopfen verursachen. Die Körper der beiden Zwillinge reagierten auf die gleiche Weise, aber nur ein Zwilling sagte, dass sie sich über diese Veränderungen bewusst war, und gab dieser Situation auf einer Skala von 0-10, die Punktezahl 10 für bedrohlich. Sie berichtete über ein Würgen und hatte eine Panikattacke. Der andere Zwilling bemerkte bewusst lediglich eine leichte Veränderung der Herzfrequenz und hatte keine Panik.

Die Ergebnisse zeigen, dass es Mechanismen über die Amygdala hinweg gibt, die in Angst und Sorge involviert sind und die Theorie unterstützen, dass ein Bewusstsein für den physiologischen Zustand des Körpers notwendig sei, um einige Arten von Emotionen zu erleben.

Jedoch schlägt die Tatsache, dass die Zwillinge (beide mit beschädigter Amygdalae, wegen einer seltenen, genetischen Bedingung) verschiedene Antworten hatten, vor, dass auch Umweltfaktoren im Spiel sein können.

Solche Studien könnten auch auf neue Ziele für die Behandlung von Angststörungen hinführen. Es gibt einige Hinweise darauf, dass Menschen, die ein abnormes Bewusstsein für ihre Körperfunktionen haben, anfälliger für Angst und Depression sein können.

– DENKE-ANDERS-BLOG –

Ref.: ‚Fearless‘ twins reveal how our bodies affect our emotions | The Journal of Neuroscience, DOI: 10.1523/jneurosci.4109-15.2016

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