Wissenschaftler erforschen, wie sich das Gehirn erinnert, aber die Person nicht!


Hirnschäden können  erhebliche Veränderungen im Verhalten verursachen, wie z.B. Verlust der kognitiven Fähigkeiten,  aber ebenso  verraten sie viel darüber, wie das Nervensystem mit Bewusstsein umgeht.  Neue Erkenntnisse zeigen, wie das unbewusste Gehirn weiterhin Informationen verarbeitet, auch wenn das bewusste Gehirn behindert ist.

Dr. Stéphane Simon und Mitarbeiter im Labor von Professor Alan Pegna am Universitätsspital Genf, studierten einen Gehirn-Patient nach einem Unfall mit Prosopagnosie (Gesichtsblindheit). Sie maßen nichtbewusste Reaktionen auf vertraute Gesichter,  d.h. auf verschiedene physiologische Aktivitäten des Gehirns, mit Hilfe von  fMRI und EEG. Dem Patienten wurden Fotographien von unbekannten und berühmten Leuten gezeigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass der Patient keines der berühmten Gesichter erkennen konnte, antwortete die  Gehirntätigkeit auf die Gesichter, die vor dem Anfall bewusst erkannt wurden.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass implizite Verarbeitungen trotz des Vorhandenseins einer offensichtlichen Beeinträchtigung der bewussten Verarbeitung weiter auftreten können.“ – sagte Professor Pegna

„Die Studie hat auch Licht darauf geworfen, was für unser Gehirn erforderlich ist, um zu verstehen, was wir um uns herum sehen. Zusammen mit anderen Forschungsergebnissen schlägt diese Studie vor, dass die Zusammenarbeit von mehreren zerebralen Strukturen in einer bestimmten zeitlichen Reihenfolge notwendig ist für die Entstehung der visuellen Wahrnehmung.“

– DENKE-ANDERS-BLOG –


Journal Reference:

  1. Stéphane R. Simon, Asaid Khateb, Alexandra Darque, François Lazeyras, Eugene Mayer, Alan J. Pegna. When the brain remembers, but the patient doesn’t: Converging fMRI and EEG evidence for covert recognition in a case of prosopagnosia. Cortex, 47 (7): 825 DOI: 10.1016/j.cortex
Advertisements