MATRIX, INCEPTION & Co. – Wie große Filme uns auf dem ultimativen, epischen Weg der Selbsterkenntnis unterstützen!


Wir wohnen in Realitäts-Tunneln. Wir leben in konzeptionellen und symbolischen Konstruktionen. Wir akzeptieren, was wir durch unsere Sinne erhalten, und wir nehmen keine Anstrengung zu prüfen, wieviel von dem was wir erfahren interpretiert wird. „Realität“ ist ein Verbund – die Summe unserer kreativen und sprachlichen Möglichkeiten, doch die schwierigste Erkenntnis ist, dass wir in einem Gefängnis leben – eine illusorische Realität, und doch stehen uns die Türen weit offen. Wir können unsere Realität ändern, mitverfassen, editieren und befördern.

William Gibson (US-amerikanischer Science-Fiction-Autor) definiert den Cyberspace als eine „einvernehmliche Halluzination, die täglich von Milliarden erlebt wird.“ Können wir das gleiche über unsere Realität sagen? Ist es genau das, was Christopher Nolan mit seinem metaphysischen Actionfilm „Inception“ ausdrücken möchte?

Inception – The dream is real.

Wir alle lieben Filme, weil sie uns Traumwelten zur Verfügung stellen, in denen wir uns verlieren können – und doch lassen diese Filme uns vermuten, dass ihre Traumwelten nicht weniger real sind, wie unsere eigene „Realität“, weil die Realität auch eine Geschichte ist, die wir uns selbst erzählen.

Ich denke, dass Christoper Nolan ausdrücken möchte, dass es Träumen nicht an Wirklichkeit mangelt, dass sie echte Informationsmuster sind. Einen Film wie „Inception“ zu schauen, ist die ähnlichste Angelegenheit zum REM-Schlaf, die wir mit weit offenen Augen haben können.

Filme wie The Matrix, Inception, Vanilla Sky, The Game, The 13th Floor usw. lassen uns eintauchen und verunsichern uns zugleich. Es sind vielschichtige Erfahrungen, die uns in ihrer Erzählung auf einer Ebene einsaugen, während sie zur gleichen Zeit beunruhigende Anregungen über unsere eigene Wahrnehmung der Realität machen.

In „The Matrix“ wird gesagt, dass unsere Realität durch Muster von Informationen, interpretiert durch unseren Verstand, dargestellt wird – elektrische Signale, die durch ein hinreichend fortgeschrittenes Computer-System emuliert werden können. Mit anderen Worten, unsere Realität könnte eine immersive (virtuelle) Simulation sein. In „Vanilla Sky“ können wir Unsterblichkeit erreichen, indem wir eingefroren sind und einen Vertrag für den „Luziden Traum“ unterzeichnen, der von Moment zu Moment gemeißelt wird, aus der Ikonographie unseres Lebens. In David Cronenberg’s „eXistenZ“ stecken wir in einer synthetischen Lebensform, die unser Nervensystem neu verdrahtet, um ein Spiel-Universum bereitzustellen, in welchem wir mit unseren Abenteuern voll eingetaucht sind.

Hollywood flirtet!

Hollywood flirtet schon seit längerer Zeit mit unserem kulturellen, unterbewussten Geist. Blockbuster Fantasy- und SciFi-Filme, immerfort populärer in den letzten Jahren, agieren als Jung’scher Schatten zu unserer Kultur. Filme wie Star Wars, Herr der Ringe, The Matrix, Harry Potter, Die Chroniken von Narnia und Der Goldene Kompass umgeben uns mit einer wiederverzauberten Welt.

Dieses Kino postuliert, dass eine ungesehene und absonderliche Wirklichkeit neben der ’normalen‘ Welt besteht und das dient dazu, um einen wachsenden Sinn für die irreführenden Qualitäten der Einheitsrealität und der Existenz von verborgenen und verzauberten Dimensionen zu unserer Welt zu unterstützen. Das Kino dient somit auch als kollektiver Traum unserer Kultur.

Inception? Alle Filme sind „Inception“!

Kino kann ebenso kathartisch sein, wie eine große psychedelische Erfahrung. In der Tat denke ich, dass Filme die besten psychedelische Trips bieten, weil sie hoch abstimmbar und kontrollierbar sind. Nolan kann eine atemberaubende Heldenreise in jedem Film entwerfen, ohne das existenzielle Risiko, das Sie bei der Einnahme von DMT oder LSD bekommen würden. Das Niveau der Präzision, die ein Filmemacher ‚im Formen‘ der Details und filmischen Erfahrungsmittel hat, bedeutet, dass er unsere Psyche vorwärts für die Fahrt einer Lebenszeit tragen kann. Er kann uns zu einem Platz der ekstatischen Erleuchtung führen.

Aus der Perspektive Ihres Gehirns, träumen und Filme zu beobachten sind seltsam parallele Erfahrungen. Wenn Sie die Art der sensomotorischen Überlastung erfahren, die mit dem Anschauen eines Films kommt, wird der präfrontale Cortex gehemmt, so dass Sie sich darin buchstäblich verlieren können!

Nolan’s „Inception“ ist so resonant, denn es geht um die Sache, die alle großen Filme tun wollen – Sie gehen verändert aus einem großen Film heraus, mit neuen Ideen im Kopf, mit neu-verdrahteten Netzen auf subtile Weise, durch das, was Sie gerade gesehen haben! Nolan selbst schreibt dazu:

„Auf einer Meta-Ebene tut Inception dies selbst und mit den Zuschauern die das Kino verlassen, brummend über die Art und Weise, wie Inception sie fühlen und wahrnehmen ließ. Neue Ideen, neue Gedanken, neue Sichtweisen.“

Und eine neue Sichtweise lautet:

„Ihr Unterbewusstsein ist mächtiger als Ihr bewusster Verstand. Viel mächtiger!“

Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ist der Schlüssel zum Erfolg. Viele Menschen sind Geiseln durch das subjektive Gefühl, dass der Verstand herrscht. Es ist eine Illusion. Die meiste Zeit ist das Unterbewusstsein verantwortlich für unser Verhalten und das ist keine schlechte Sache.

Erweitertes Kino!

Ein erweitertes Kino ist auch ein erweitertes Bewusstsein – ein neues Bewusstsein des modernen Menschen unserer Zeit! Erweitertes Kino bedeutet, dass es nicht wie ein Film behandelt werden möchte, sondern als ein Prozess „des Werdens“, ein Teil des laufenden historischen Antriebs des Menschen, sein Bewusstsein außerhalb seines Geistes vor den eigenen Augen zu manifestieren. Dies ist der ultimative Beginn der epischen Suche nach Selbsterkenntnis.

Blockbuster wie Inception, Matrix, Vanilla Sky & Co. gehören definitiv in diese Liga des „Erweiterten Kinos“ – eine neue Form von Medien, die uns in einem Zustand des Staunens und der Ehrfurcht schütteln!

Und wir stellen uns selbst die Frage:

Wie können wir wirklich wissen, dass wir wach sind und nicht träumen?

//Niluxx


 

 

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