Der Innere Mensch – Zufall, Schicksal und Paranormale Phänomene


Wer von uns hat nicht schon das merkwürdige und unerklärliche Zusammentreffen von Personen, Namen, Zahlen, Daten, die überraschende Wiederkehr verlorener Gegenstände oder die Häufung wichtiger Ereignisse an bestimmten Tagen über längere Zeiträume hinweg erlebt? In den meisten Fällen nehmen wir solche Erfahrungen leicht verwundert kurz zur Kenntnis und gehen zur Tagesordnung über. Die eingehendere Betrachtung vermag aber zum Nachdenken anzuregen und unsere Weitsicht zu verändern.

Während Wilhelm v. Scholz (dt. Schriftsteller) seine Überlegungen vorwiegend dem Zufall und dem Schicksal widmete, beginnt Arthur Koestler (österreichisch-ungarischer Schriftsteller – „Der Mensch. Irrläufer der Evolution“) seine Betrachtungen in „Die Wurzeln des Zufalls“ (1972) mit der Aussage „die Parapsychologie sei das bedeutendste Forschungsobjekt, das der menschliche Geist jemals in Angriff genommen habe, und das wahrscheinlich im Laufe der Zeit die gesamte intellektuelle Weltanschauung, auf der unsere Zivilisation beruht, verändern könnte“. Des Weiteren suchte er eine Verknüpfung von Physik und Parapsychologie.

Der Nobelpreisträger Eccles begründete eine Hypothese der Wirkungsweise des „Willens“ auf die Hirnrinde. Ihm erschien das Gehirn als Maschine, die ein Gespenst sehr wohl bedienen könnte. Neue Vorstellungen kommen ins Spiel: Parallelwelten und Hyperräume werden diskutiert, die über „Tunnel“ erreichbar sein sollten. Das geht heutzutage bis zu Stephen Hawking.

In der modernen Physik ist das solide erscheinende Gefüge von Raum, Zeit, Materie und Kausalität streckenweise zusammengebrochen. Mit der Quantentheorie, die dem Beobachter eine wesentliche Rolle zumisst, und mit Jung-Pauli, zieht die Psyche in die Physik ein: „eine kurze Zeit lang kann jeder physikalische Vorgang in einer Weise ablaufen, die den heute bekannten Naturgesetzen widerspricht: die Zeit kann umgekehrt sein, unerwartete Dinge können geschehen.“ Nach Eddington ist der Stoff der Welt der Stoff des Geistes. Das reale Geschehen ist in einer imaginären Zeit von einer Wolke objektiver Wahrscheinlichkeiten umgeben, welche nicht notwendigerweise eintreten werden, aber trotzdem den Gang der Ereignisse beeinflussen.

Die Laborergebnisse der experimentellen Parapsychologie werden als beabsichtigte Abweichungen stochastischer Prozesse von den wahrscheinlichkeitstheoretischen Erwartungswerten und den Daten unbeeinflußter Systeme gedeutet. Es fragt sich dann, ob dabei ein anderer Faktor als der „Zufall“ beteiligt ist. Die Ergebnisse der Parapsychologen könnten die Manifestation eines einheitlichen und gänzlich anderen Prinzips sein.

Kausalität bedeutet Gesetz und Ordnung im sonst chaotisch unvorhersagbaren Universum. Erst im Gefolge von Newton wurde die Kausalität als absolute Herrscherin über Materie und Geist auf einen Thron gehoben, von dem sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. gestürzt wurde. Unter der Annahme von Akausalität hängen alle Ereignisse im menschlichen Leben in zwei grundverschiedenen Arten zusammen: erstlich im objektiven, kausalen Naturlauf, zweitens in subjektiven traumhaften Verknüpfungen, die nur in Beziehung auf das erlebende Individuum vorhanden sind. Das Leben sei ein großer Traum, den jenes eine Wesen, der Wille zum Leben, träumt: aber so, daß alle Personen ihn mitträumen. Wie bei den Mystikern greift alles ineinander und paßt zueinander, alles ist Eins und Eins ist Alles.

In der modernen Anschauung gibt es keine Möglichkeit für eine isolierte, in sich abgeschlossene Existenz, und die Evolution – ein Spiel von Differenzierung und Integration – erscheint als Voranschreiten von der ursprünglichen Einheit über die Vielfalt zu komplexeren Strukturen der Einheit in der Vielfalt. Ständig bauen die lebenden Organismen komplexere Informationsstrukturen auf: Wahrnehmungen, Gedächtnis, Gedanken. Wir beobachten eine Tendenz zu zunehmender Ordnung im Gegensatz zur physikalischen Entropiezunahme.

Koestler konzipierte den Begriff des Holons, der von Ken Wilber in die holarchische Struktur der Evolution des alles umfassenden Bewußtseins übernommen wurde. Jedes Holon, jedes Organ, ist zugleich ein untergeordneter Teil und ein sich selbst behauptendes autonomes Ganzes. Auch der einzelne Mensch ist ein janusgesichtiges Holon. Nach außen blickend, sieht er sich als abhängiger Teil mit der Möglichkeit selbsttranszendierender Emotionen. Nach innen schauend, erfährt er sich als ein sich selbstbehauptendes Ich.

Der Innere Mensch

„Der innere Mensch ist alles andere, als eine hermetisch in sich abgeschlossene Struktur! Er steht mit seinen Mitmenschen und vielleicht auch mit anderen geistigen Wesen in ständiger Kommunikation. Dieses Netzwerk von Einflussströmen ist eine Wirklichkeit, die von Menschen nicht bewusst wahrgenommen wird.“ Robert Monroe

Bewusstseinsschwelle

„Augenscheinlich stehen der Überschreitung der Bewusstseinsschwelle und dem Zugang zu diesen unbewussten Informationsfeldern erhebliche Hindernisse und Verdrängungsmechanismen entgegen. Unsere Sinne sind enge Schlitze und selbst das was durchkommt ist bereits zuviel. Psyche und Gehirn scheinen eine Sammlung von Selektionsfiltern zu enthalten, die unerwünschte Signale ausblenden sollen, von denen jedoch einige in verzerrter Form durchkommen. Wir können nicht allem gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken. Wir sind gegen die Vielfalt des psychomagnetischen Feldes geschützt. Pferde müssen Scheuklappen tragen“ – Arthur Koestler

Paranormale Aktivitäten

„Wir sind von Phänomenen umgeben, deren Existenz wir geflissentlich nicht wahrhaben wollen, oder die wir, wenn sie schon nicht ignoriert werden können, als Aberglauben abtun. Aber nichts verbietet die Annahme einer psychischen Wechselwirkung neben den vier physikalischen Wechselwirkungen, nichts verbietet die Existenz eines psychischen Universums, das aus Vorgängen und Wesenheiten besteht, die miteinander verbunden sind, ihren eigenen Gesetzen gehorchen und das physische Universum durchsetzen.

Die Naturwissenschaften haben uns eine ganze Menge klüger gemacht, aber wir wissen nicht viel mehr darüber, was das alles zu bedeuten hat. Wir könnten den koordinierten Ereignissen, Zufall, Schicksal, Serialität und Synchronizität mehr Aufmerksamkeit schenken und die paranormalen Phänomene in unsere Vorstellung vom Normalen einbauen. Die Begrenzung unserer biologischen Ausstattung verdammt uns vielleicht dazu, nur durch ein Schlüsselloch in die Ewigkeit gucken zu dürfen. Aber wir wollen doch wenigstens die Füllung aus dem Schlüsselloch nehmen, die selbst unseren beschränkten Blick versperrt.“ – Arthur Koestler

Wir leben in einem psycho-magnetischen Feld, das koordinierte Ereignisse durch Methoden bewirkt, die mit den klassischen Denkweisen der Physik nicht erfassbar sind. Zweck und Wesen dieses Feldes sind uns unbekannt, aber wir fühlen, dass es irgendwie mit jenem Streben nach einer höheren Ordnung und nach der Einheit in der Vielfalt zusammenhängt, das wir in der Evolution des Universums, in der Entwicklung des Lebens auf der Erde, des menschlichen Bewusstseins und in Wissenschaft und Kunst beobachten können.

Ein umfassendes Welträtsel ist leichter zu ertragen als ein Kaleidoskop von ungelösten Rätseln. Dennoch behalten die Phänomene einen zutiefst beunruhigenden Beigeschmack, weil sie selten auftreten und sich unvorhersagbar und launisch zeigen. Wir beherrschen die unbewußten Vorgänge nicht. Spontane Erlebnisse sind stets an eine selbsttranszendierende Emotion gebunden!

Paranormale Wahrnehmung und Einflussnahmen sind das, was ständig im Hintergrund unseres Alltagsdaseins wirkt: bei der Sympathie und Antipathie unseren Mitmenschen gegenüber; bei unseren Gefühlen und Stimmungen zu bestimmten Gelegenheiten; bei Gedanken, die plötzlich ohne klar erkennbare Ursache in uns auftauchen; alles das ist möglicherweise durch eine paranormale Wahrnehmung und Einflußnahme bereits mitbestimmt.

 


Quelle: Prof. Ernst Senkowski – Vortrag Basler Psi Tage 2002 | parapsychologie.ac.at (Prof. Peter Mulacz) | Wilhelm von Scholz: Der Zufall und das Schicksal. List 133, München 1959 | C. G. Jung u. Wolfgang Pauli: Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge. In: Naturerklärung und Psyche, Zürich 1952 | Arthur Koestler: Die Wurzeln des Zufalls. Suhrkamp TB 181, 1972

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