Rudolf Steiner: Es gibt Wesen in den geistigen Bereichen, für die Angst und Furcht willkommene Nahrung sind!


Um den Menschen herum sind geistige Welten!

Diese Welten sind um uns herum. Diese Welten aber sind nicht nur Welten des Paradieses, nicht nur Welten der Seligkeit, obwohl Paradies und Seligkeit in ihnen ist, sondern sie sind auch Welten, die furchtbar sein können für den Menschen, gefährlich durch Tatsachen und Wesenheiten. Will der Mensch Kenntnis erhalten von dem Großen und Beseligenden dieser Welten, dann kann er das nicht anders, als dass er auch Bekanntschaft macht mit dem Gefährlichen, mit dem Furchtbaren, dass sie enthalten. Das eine ist nicht ohne das andere möglich.

Nun müssen wir uns einmal klarmachen, inwiefern hier eine Gefahr liegt. Denken Sie sich einen Menschen, der, ohne es zu wissen, in der Nähe eines Pulvermagazins ist. Er weiß nichts davon. Plötzlich erfährt er es aber, und er bekommt eine ungeheure Angst bei dem Gedanken, dass er in die Luft gesprengt werden könnte, wenn das Pulvermagazin explodiert. Draußen hat sich nichts geändert; dennoch ist für ihn das Leben ein anderes. Das einzige, was anders ist als früher, ist, dass er jetzt von der Gefahr weiß.

Army of Anubis

Ja, es lauern ungeheure Gefahren für des Menschen Seele in Welten, von denen die Menschen keine Ahnung haben. Der einzige Unterschied in bezug auf diese Gefahren und Furchtbarkeiten für den, der niemals an die Geisteswissenschaft herangetreten ist, und dem, der an sie herangetreten ist, ist, dass der letztere von dieser Gefahr weiß und der erstere nicht. Wir betreten die geistige Welt, in welcher das Geistige wirksam ist. Das Pulvermagazin wird nicht gefahrvoll dadurch, dass Sie Angst davor haben, dass das Pulver explodiert; aber Ihre Furcht, die bedeutet etwas in der geistigen Welt! Es ist ein Unterschied, ob Sie sie haben oder nicht haben.

Der geistigen Welt sind die Gedanken, die Sie hegen, als etwas Reales eingefügt. Ein Haßgefühl, das Sie einem Menschen entgegenbringen, ist in der geistigen Welt realer und für denjenigen, der es durchschaut, auch viel wirksamer als ein Schlag, den Sie dem Betreffenden mit einem Stock geben. Wenn sich das Furchtbare auch nicht unmittelbar vor Ihren Augen abspielt, es ist doch so.

Furcht und Angst

Furcht und Angst, solche negativen Gefühle, die sind in der Tat etwas, was, wenn es aus dem Menschen ausströmt, dadurch, dass er die entsprechenden geistigen Wesen und Kräfte kennenlernt, verhängnisvoll werden kann. Diese Angst und diese Furcht sind in der Tat etwas, was den Menschen zu der geistigen Welt in ein verhängnisvolles Verhältnis setzt; denn es gibt in der geistigen Welt Wesenheiten, für die Angst und Furcht, die von dem Menschen ausströmen, wie eine willkommene Nahrung sind. Hat der Mensch nicht Angst und nicht Furcht, dann hungern diese Wesen.

Derjenige, der noch nicht tiefer eingedrungen ist, möge das als Vergleich nehmen. Derjenige aber, welcher diese Sache kennt, weiß, dass es sich um eine Wirklichkeit handelt. Strömt der Mensch Furcht und Angst und Kopflosigkeit aus, dann finden diese Wesen eine willkommene Nahrung, und sie werden mächtiger und mächtiger. Das sind feindliche Wesen für die Menschen. Alles, was sich nährt von negativen Gefühlen, von Angst, Furcht und Aberglauben, von Hoffnungslosigkeit, von Zweifel, das sind in der geistigen Welt dem Menschen feindliche Mächte, die grausame Angriffe auf ihn führen, wenn sie von ihm genährt werden. Daher ist es vor allen Dingen notwendig, dass der Mensch, der in die geistige Welt eintritt, vorerst sich stark mache gegen Furcht, Hoffnungslosigkeit, Zweifelsucht und Angst.

Das sind aber gerade Gefühle, die so recht moderne Kulturgefühle sind, und der Materialismus ist geeignet, weil er die Menschen abschneidet von der geistigen Welt, durch Hoffnungslosigkeit und Furcht vor dem Unbekannten diese dem Menschen feindlichen Mächte gegen ihn aufzurufen.

Wenn ich mich ganz deutlich ausdrücke, so muss ich sagen:

In dem Augenblicke, wo der Mensch jene Pforte sieht, die man durchschreitet im Tode da sieht er auch zahlreiche, den Menschen hindernde, ja ihm verderblich entgegentretende Kräfte. Die meisten aber ziehen diese Kräfte durch die Todesfurcht an. Je größer die Todesfurcht, desto stärker ist deren Macht. Die Todesfurcht überhaupt ist ein Teil der Furchtgefühle. Wie ausgedörrte Säcke erscheinen diese Kräfte und Mächte, wenn der Mensch sich stark macht und weiß, dass er durch keine Todesfurcht an dem Ereignisse des Todes etwas ändern kann.

Zu jener Überwindung der Todesfurcht, zu jenem kühnen dem Tode Ins-Angesicht-Schauen kommt der Mensch nur, wenn er weiß, daß ein unsterblicher ewiger Kern in seinem Innern ist, für den der Tod nur eine Umwandlung des Lebens ist, eine Änderung der Lebensform. Sobald der Mensch den unsterblichen Kern in sich selber findet durch die Geheimwissenschaft, erzieht er sich mehr und mehr zur Überwindung aller solcher Gefühle, zuletzt auch zur Überwindung dessen, was man Todesfurcht nennt. Je materialistischer aber der Mensch wird, desto todesfürchtiger wird er.

Abstrakte Gedanken und der Weg aus dem Dilemma!

Nun müssen wir die Erscheinung betrachten, dass die abstrakten Gedanken heute die denkbar geringste Wirkung auf den Organismus haben. Was wir in den abstrakten Wissenschaften lernen, hat die denkbar geringste Wirkung auf den Leib. Deren Prinzip ist, das, was wir sehen und wahrnehmen, in Verstandesbegriffe umzuwandeln. Diese Wissenschaft will nicht zugeben, dass der Mensch innere produktive Weisheit in sich hat, dass die Seele aus sich heraus etwas über die Welt produzieren kann. Äußerlich anschauend produziert sie nichts. Es steht im tiefsten Sinne den äußeren Eindrücken keine innere Produktionskraft gegenüber. Der Wissenschafter will nichts aus sich finden können. Wenn wir bedenken, wie tief das wurzelt, dass der Mensch glaubt, nichts mehr aus sich heraus finden zu können, so haben wir hier den Ausgangspunkt für die verödende Wirkung des nur am Äußeren haftenden Wissens.

Welches Heilmittel gibt es nun hier für die ganze Menschheit?

Das Heilmittel wäre, das sich das innere Weisheits- und Wahrheitsforschen, die innere Produktivität des Geistes zu der äußeren Wissenschaft hinzugesellt. Das ist in der wahren Geisteswissenschaft zu finden. Da haben Sie Quellen eröffnet, durch die der Mensch aus sich selbst heraus das zu entwickeln vermag, was hinter den Dingen ist. Den einen erdrücken die Dinge. Wer aber sieht, was keine äußere Wahrnehmung aufnehmen kann, wer das aufnimmt, der schafft das Gegenstück zu der äußeren Wahrnehmung, das notwendig ist zur vollständigen Gesundung der Seele und des Leibes. Diese Gesundung der Seele kann nicht durch abstrakte Theorien und Gedanken herbeigeführt werden, die zu dünn, zu dürftig sind. Mächtig wirkt dagegen, was sich aus dem Begriffe in ein Bild verwandelt.

Quelle: Auszug, Vortrag Rudolf Steiner – Die Erkenntnis der Seele und des Geistes

 

 

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